Kleidung und Rückverfolgbarkeit… die textile Kette

Um es vorweg zu nehmen, es ist nicht einfach! Die Globalisierung hat das Ihre dazu beigetragen, dass die Produktion von Textilien immer undurchsichtiger wurde. Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich auch noch gedacht, dass die Modemarken ihre Kleidung selber – in eigenen Fabriken – produzieren. Dem ist leider nicht so. So betreibt z.B. ADIDAS laut aktuellen Medienberichten keine einzige Fabrik. Sämtliche Trikots, Laufhosen und Jacken werden – im Auftrag – von Lizenznehmern produziert.

 

Dieses Vorgehen ist mittlerweile Standard in der Branche. Die Bekleidungsmarken stehen dabei im Regelfall nicht direkt mit den Herstellern in Kontakt, sondern engagieren Subunternehmer, welche die Koordination und Abwicklung der Aufträge organisieren und als Ansprechpersonen fungieren. Diese Subunternehmer wiederum haben Zugriff auf ein Netzwerk von Herstellern oder weiteren Unterhändlern. So ist es durchaus möglich, dass ein Auftrag erst über mehrere Ecken bei einem oder mehreren Hersteller(n) landet. Die Marke kann – durch dieses Geflecht an Unterhändlern und Herstellern – oft nicht mehr wissen, wer die Kleidung wo produziert hat.

 

Mehr Transparenz ist durchaus möglich

 

Tatsächlich ist es nach unserer Erfahrung durchaus möglich, die Rückverfolgbarkeit der Textilien sicher zu stellen. Das würde bedeuten, der Käufer erfährt, wo welcher Arbeitsschritt erfolgte und woher die Rohstoffe stammen. Dies erfordert Elan und eine transparentere Industrie. Natürlich ist dies auch bei ‘schlichteren’ Kleidungsstücken wie z.B. T-Shirts oder Socken deutlich einfacher umzusetzen, als z.B. bei Winterjacken, welche aus sehr vielen unterschiedlichen Materialien und Einzelteilen (z.B. Knöpfe, Reiß- und Klettverschlüssen) bestehen.

 

Aus unserer Sicht wäre es schon ein großer Fortschritt, wenn die wichtigsten Materialien/Rohstoffe und Verarbeitungsschritte offen gelegt würden. bioRe – ein schweizer Unternehmen – zeigt, dass es machbar ist. Die Mehrheit der Marken scheuen aber den Aufwand und sehen scheinbar keinen Mehrwert, der die Kosten rechtfertigt. Diese Intransparenz bietet neben der Nachteile auch einen ‘Vorteil’: Beinahe jeder kann sein eigenes Modelabel erschaffen. Man geht mit seiner Idee zu einem Anbieter und lässt sich ohne Hintergrundwissen die benötigten Stücke produzieren. Irgendwo auf der Welt, aus irgendwelchen Rohstoffen zu oft menschenunwürdigen Bedingungen. Man muss sich nicht um Details kümmern und keinerlei Aufwand in den Einkauf oder die Logistik von Rohstoffen oder Zubehör stecken. Schneller und einfacher ging es noch nie!

 

Bei unseren Socken gehen wir bewusst den langen und umständlichen Weg. Wir wollen die komplette textile Kette im Überblick behalten und uns nicht auf irgendwelche Versprechungen, Zertifikate oder Siegel verlassen müssen. Wir besuchen die verarbeitenden Betriebe selber, besprechen die Möglichkeiten und erhoffen uns am Schluss Socken, die dich überzeugen.

 

© Foto: Rafael Castillo / Creative Commons

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